Gestern war Halloween, und ich war am Werdersee. Beim 6. Halloween Run Bremen bin ich den Monsterthon gelaufen: drei Runden à 8,333 Kilometer, zusammen also 25 Kilometer. Nach 2:23:30 war ich im Ziel, und ich kann es nicht anders sagen: Ich hatte einen richtig guten Tag erwischt. 🎃

Kürbisse, Geister und ein Clown mit Luftballons
Der Veranstalter hat sich richtig Mühe gegeben. Auf der Wiese zwischen Finnbahn und DLRG-Wache standen aufblasbare Geister, ein Baum mit Fratze, Grabsteine und Kürbisse in allen Größen, einer davon mit Zaubererhut. Dazu 12 Grad und ein Himmel, der perfekt zu Halloween passte: grau.

Und dann die Leute. Viele kamen verkleidet, manche mit erstaunlichem Aufwand. Mein eigenes Kostüm war im Vergleich dazu eher überschaubar: ein Shirt mit Kunstblut und einem Spruch. Die Begegnungen am Rand waren für mich das eigentliche Rahmenprogramm.

Eine sehr schöne Begegnung hatte mit Halloween allerdings wenig zu tun. Plötzlich stand Stefan vor mir, ein alter Bekannter, den ich bestimmt zehn Jahre nicht gesehen hatte. Über das Wiedersehen habe ich mich riesig gefreut.



Kein Krampf, nirgends
Beim Halbmarathon im September hat mich auf Kilometer 19 die Wade gestoppt. Ein Krampf mitten im Laufschritt, und die angepeilten zwei Stunden waren weg. Seitdem nehme ich regelmäßig Magnesium.
Gestern blieben die Krämpfe tatsächlich komplett aus, über die gesamten 25 Kilometer. Ich konnte die volle Distanz bei maximaler Leistung laufen. Im Schnitt war ich mit 5:44 pro Kilometer unterwegs, im September waren es auf der etwas kürzeren Strecke 5:52. Meine Uhr hat die Anstrengung mit 9 von 10 bewertet, Kategorie „Extrem“. Das passt. 🤣
Ein Halbmarathon unterwegs
In der Auswertung meiner Apple Watch hatte ich noch etwas gesehen: Da ist eine Halbmarathon-Zeit von 1:58:24 vermerkt.
Mein schnellster, seit die Uhr mitzählt. Mitten im Monsterthon, quasi nebenbei.
Das ist aber keine offizielle Zeit: Die Uhr misst per GPS und kam am Ende auf 25,33 Kilometer. Die Runde am Werdersee ist dagegen nach DLV-Regeln vermessen.
Rechnet man also streng nach, dann lag die echte Halbmarathonmarke tatsächlich irgendwo um die zwei Stunden.
In meine Statistik kommt das deshalb nicht.
Gefreut habe ich mich trotzdem, und zwar ziemlich! 😀

Der letzte Kilometer ist immer der längste
Bei diesem Lauf ist etwas deutlich geworden, was ich immer schon gedacht habe. Bei den letzten beiden Halbmarathons war immer der letzte Kilometer “der längste”. Im Oktober ’25 waren auf den letzten zwei Kilometern die Akkus leer, im September kam der Krampf auf Kilometer 19. Und gestern? Wieder war der letzte Kilometer der schwerste und gefühlt längste. Allerdings war das diesmal Kilometer 25.
Die 21 Kilometer, an denen ich mich zuletzt zweimal abgearbeitet habe, waren jetzt kein (großes) Thema, weder im Kopf noch in den Beinen. Ich glaube, das liegt daran, dass ich das Ziel 25 fest abgespeichert hatte. Der Körper teilt sich seine Reserven offenbar bis zu der Stelle ein, an der im Kopf die Ziellinie steht. Ich glaube jedenfalls an einen Zusammenhang.
Die 25 Kilometer waren mein längster Wettkampf seit dem Hunsrück-Marathon 2016. 🤩

Platz 25 auf 25 Kilometern
In der Ergebnisliste stehe ich auf Platz 25 von 39 Männern im Ziel. In der M60 wurde ich Dritter. Dass wir in der M60 genau zu dritt waren, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. 😄 Im September habe ich geschrieben, dass Altwerden auch Vorteile hat. Ich bleibe dabei.

Liebevoll organisiert
Ich fand die ganze Veranstaltung sehr liebevoll gemacht: von der Halloween-Deko, über die wunderschönen Medaillen mit den farbigen Bändern für jede Distanz, bis zum Start- und Zielbereich direkt am Ufer. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein.


Der nächste Lauf desselben Veranstalters ist der Silvesterlauf Bremen am 31. Dezember, wieder rund um den Werdersee. Da werde ich mich wohl auch anmelden.
Und die Leidenschaft?
Auch in diesem Bericht stehen wieder ziemlich viele Zahlen. Bei einem Wettkampf läuft die Uhr eben mit, darüber habe ich im September schon geschrieben. Gestern bin ich aber vor allem 25 Kilometer im Kreis um einen See gelaufen, zwischen Kürbissen, Geistern und einem Clown mit roten Luftballons, und hatte dabei richtig Spaß. Genau deshalb laufe ich, seit ich 2006 mit der Laufgruppe angefangen habe. Alle Läufe seitdem stehen in meiner Statistik. Es ist nicht die Zeit, die zählt, es ist deine Leidenschaft.